14 Dez, 2018

Warum habe ich Snapchat gelöscht?

Wie heißt du auf Snapchat? – So oder so ähnlich habe ich fast alle Leute, die ich gerade kennengelernt hatte, gefragt, um diese im Anschluss sofort auf Snapchat adden zu können. Neben dieser Frage war ich ein fleißiger  🔥- Sammler. Zu meinen besten Zeiten konnte ich stolz über 50 Streaks vorweisen, wobei viele im 300+ Bereich angesiedelt waren. An diesen beiden Punkten kann man bereits erkennen, welchen Stellenwert Snapchat in meinem Leben hatte. Doch warum hatte? Ganz einfach: Vor ca. 3 Wochen habe ich es von meinem Handy gelöscht. Es war für mich kein einfacher Schritt, aber nach gründlicher Überlegung stand meine Entscheidung fest. Die Gründe, die mich zu dieser Entscheidung bewegt haben, möchte ich dir gerne im Folgenden vorstellen.

Meine Gründe

Stress wegen der Flammen🔥

Mit den Flammen hat Snapchat ein Feature, welches die Kundenbindung an die App enorm verstärkt. Um eine Flamme zu erhalten, muss man mit einer Person innerhalb von 24h einen Snap ausgetauscht haben. Braucht man länger als 24h, verschwinden alle bis dahin angesammelten Flammen. Dies ist für Snapchat optimal, da man es so schafft, dass die Nutzer regelmäßig die App nutzen. Doch das, was für Snapchat so von Vorteil ist, war in meinem Leben eher ein weiterer unnötiger Stressfaktor.  Ich wollte meine ganzen „hart“ angesammelten Flammen behalten und habe daher extrem Panik bekommen, wenn ich mal schlechtes Netz oder noch schlimmer überhaupt kein Netz hatte. Um diesem Stress entgegenzuwirken, habe ich bereits vor einiger Zeit die meisten meiner Flammen abgebrochen. Der Schritt Snapchat zu löschen, ist dabei nur die konsequente Weiterführung. 

Ablenkung

Durch die Massenverbreitung von Smartphones und mobilen Internetverbindungen sind wir rund um die Uhr online. Neben all ihren Vorteilen haben diese Entwicklungen auch ihre Schattenseiten. Ein Beispiel dafür wären die ständigen Push-Benachrichtigungen deines Smartphones. Diese führen dazu, dass du unkonzentrierter bist und ständig von deiner Arbeit abgelenkt wirst. In seinem Buch „Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World“ stellt Cal Newport die These auf, dass diese Ablenkungen uns darin hindern denk intensive Arbeiten, „Deep Work“, zu meistern. Dies führt dazu, dass wir unter unseren Möglichkeiten arbeiten und in einer Gesellschaft, die „Deep Work“ in Form von Kapital belohnt, auf der Strecke bleiben. In diesem Buch gibt es ein Kapitel mit dem Titel „Quit Social Media“, in dem der Autor empfiehlt, für jedes soziale Netzwerk eine Pro/Contra Liste anzulegen. Wenn bei einer dieser Listen die Contra Argumente überliegen, sollte man dieses Netzwerk für mindesten 30 Tage verlassen. Nach 30 Tagen kann man dann evaluieren, ob der Ausstieg einen positiven oder negativen Einfluss auf das eigene Leben hatte und daraus dann seine längerfristige Entscheidung (Installation/Deinstallation) treffen. Im Falle von Snapchat überwiegen bei mir die contra Argumente und ich habe mich für eine Deinstallation entschieden. 

Vergleich zu anderen

Aufgrund der limitierenden technischen Möglichkeiten hatten Menschen in früheren Zeiten einen relativ kleinen sozialen Einflussbereich. Doch durch die Erfindung des Internets und der sozialen Netzwerke hat sich das drastisch geändert. Heute können wir uns mit Menschen aus der ganzen Welt connecten. Dies bietet viele Möglichkeiten und Chancen, doch es gibt auch Schattenseiten. Durch die technische Entwicklung haben wir die Möglichkeit bekommen, uns mit nahezu jedem zu vergleichen. Dabei sind diese Vergleiche besonders trügerisch, da die meisten nur ihre Schokoladenseite präsentieren. Da ich mich in der Vergangenheit selbst erwischt habe, wie ich mich mit anderen auf Snapchat verglichen habe, musste Snapchat gehen.

Einfluss auf meine Lebensziele

Ich habe mir eine ganz einfache Frage gestellt: „Komme ich meinen Lebenszielen näher, wenn ich die ganze Zeit sinnlose Snaps auf Snapchat verschicke?“. Da ich die Frage mit Nein beantworten konnte, war das ein weiterer Grund gegen Snapchat.

Meine Erfahrungen

Die ersten Tage waren hart. Ich wollte bei jeder Kleinigkeit mein Handy zücken, Snapchat öffnen und einen Snap verschicken. Doch es gab ein Problem: Da war kein Snapchat. Doch nach ca. drei Tagen wurde es besser. Ich musste nicht mehr bei jedem Essen daran denken, dass ich doch noch einen Snap verschicken muss. Auch beim Training und im Alltag war der Drang nach Snapchat verschwunden. Insgesamt kann ich sagen, dass der Ausstieg sich positiv auf mein Leben ausgewirkt hat und ich auch weiterhin Snapchat deinstalliert lasse.

Mein Fazit

Abschließend lässt sich nur eins sagen: Jeder sollte für sich selbst schauen, ob ein gewisses soziales Netzwerk einen positiven oder negativen Einfluss auf das eigene Leben hat. Wenn ja würde ich mir überlegen ob ich nicht einen Versuch starte, bei dem ich das jeweilige Netzwerk für mindestens 30 Tage verlasse. 

Das könnte dich auch interessieren...